Musik schafft Perspektive

KAP@Drewitz

Drewitz_Oper_2015

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Das Programm „Musik schafft Perspektive“ ist eine Initiative der Kammerakademie Potsdam, die sich die langfristige und strukturbildende Zusammenarbeit zwischen einem professionellem Orchester, einer Grundschule und ihrem sozialen Umfeld im Spannungsfeld Kulturelle Bildung zum Ziel gesetzt hat. Hauptpartner des Programms ist die Potsdamer Grundschule „Am Priesterweg“, die gemeinsam mit dem Begegnungszentrum „oskar.“ die Stadtteilschule Drewitz  bildet – einen deutschlandweit bisher einzigartigen Zusammenschluss von Schule und Begegnungszentrum. Mit zahlreichen Formaten wie musikalisch-künstlerischen Workshops, Mitmach-Konzerten, Probenbesuchen und Leuchtturmprojekten in Verbindung mit öffentlichen Aufführungen wurde ein umfassendes Programm der Kulturellen Bildung/Teilhabe und künstlerischen Partizipation für die SchülerInnen der Grundschule „Am Priesterweg“, die Kinder des Stadtteils Potsdam-Drewitz und ihr Umfeld umgesetzt. Hierbei arbeiten alle Partner auf konzeptioneller und organisatorischer Ebene eng zusammen und führen die sehr unterschiedlichen Strukturen von Bildungseinrichtung, Kulturinstitution und Sozialraum erfolgreich zusammen.

Entwicklung
Seit der Eröffnung im Jahr 2013 engagiert sich die Kammerakademie Potsdam an der Stadtteilschule und setzt sich für eine intensive und nachhaltige Verzahnung von künstlerischer Projektarbeit, Schulunterricht, Ganztagsbereich und Begegnungszentrum ein. Nach einer intensiven zweijährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase an der Stadtteilschule ist das Orchester im Jahr 2015 hinaus in den Stadtteil gegangen und hat an unterschiedlichen Orten Formate gestaltet, Konzerte gegeben und musikalische Angebote durchgeführt. Parallel zur Erweiterung des Aktionsradius hat sich die KAP in 2015 auch dem Kern der Schule genähert: den fachbezogenen und fächerübergreifenden Unterrichtsinhalten. Über eine Testphase mit acht Lehrer-Musiker-Tandems, teilweise in Verbindung mit einen schulweiten Opernprojekt, wurde die enge Zusammenarbeit von einzelnen LehrerInnen mit einzelnen MusikerInnen angeschoben. Im Ergebnis werden z.B. die von MusikerInnen und LehrerInnen gemeinsam entwickelten Klassenzimmer- und Projektformate intensiv auf den Lehrplan abgestimmt. Neben der Arbeit auf Klassen- und Projektgruppenniveau wird in einigen Formaten auch die gesamte Schule eingebunden. Bereits in 2014 wurden erstmalig alle 350 Kinder und das gesamte Lehrerkollegium in das Programm eingebunden, sodass es auf unterschiedlichen Ebenen aktivierend und identitätsstiftend wirken kann. Nicht zuletzt wird durch die Einbindung von „oskar.“ und weiteren Kooperationspartnern ein generationsübergreifendes kulturelles Angebot geschaffen, das nachhaltig umgesetzt und durch sein hohes Entwicklungspotential langfristig und strukturbildend im Stadtteil verankert wird.

Ergebnisse
Das ganzjährige Programm hat einen großen Einfluss auf die Arbeitsweise und das Selbstverständnis sowohl der Stadtteilschule als auch des Orchesters selbst. Hierbei spielen gegenseitiges Verständnis, Toleranz und Respekt für unterschiedliche Vorgehensweisen und strukturelle Rahmenbedingungen eine große Rolle. Das Programm trägt dazu bei, dass die Akteure voneinander lernen können, um so ihr Wirken mit und für die Kinder und ihr Umfeld zu verbessern, zu ergänzen und auszubauen. Über öffentlichen Aufführungen können vermehrt auch die Familien der Kinder angesprochen werden. In besonderem Maße werden mit dem Programm benachteiligte Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Migrationshintergrund erreicht. Der Ansatz der Kooperation, die ganze Schule und auch ihr Umfeld einzubinden, leistet daher einen wichtigen Beitrag zu ihrer Integration.

Wissenschaftliche Begleitung
Das Modell Stadtteilschule im Dreiklang „Orchester-Schule-Begegnungszentrum“ wird seitens der Partner als zukunftsweisendes Konzept für das Land Brandenburg und Referenzmodell für das gesamte Bundesgebiet eingestuft. Als Handlungsfeld regionaler Innovation ist die Stadtteilschule zu einem lebendigen Ort von Stadtteilentwicklung geworden. Diese Veränderungsprozesse, die damit einhergehende neue Entwicklungssituation der Kinder und das Entwicklungspotenzial des gesamten Umfeldes werden im Kontext der Fortführung des Projektes über eine umfassende wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Potsdam zusammengetragen und ausgewertet. Erkenntnisse zu den Veränderungsprozessen sollen der Wirkungsforschung und praxisorientierten Weiterentwicklung des Modells dienen.


Für die Unterstützung des Programms „Musik schafft Perspektive“ danken wir:

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