Franz Schubert Sinfonien Nr. 2 & 4

Sinfonien Nr. 2 & 4

Franz Schubert  1797-1828

Unter den sechs Jugendsinfonien Franz Schuberts ist die zweite die längste und vielleicht auch die bedeutendste. Sie übertrifft an Umfang fast alle Sinfonien Haydns und Mozarts, die ihr als Vorbilder gedient haben – Beethovens Sinfonik stand Schubert damals noch skeptisch gegenüber. Ihre Tonart, B-Dur, verwendete Schubert zur Entstehungszeit der Sinfonie auch in anderen bedeutenden Werken, so in der Messe Nr. 3 und im Streichquartett D 168. Die Sinfonie ist Innocenz Lang gewidmet, dem Direktor des Wiener Stadtkonvikts, dessen Zögling Schubert von 1808 bis 1813 gewesen war. Ob sie vom Orchester des Konvikts auch gespielt worden ist, bleibt unklar. Ihre erste sicher belegte Aufführung fand im Jahre 1877 in London statt, Dirigent war George Grove.

Schubert hat seiner Vierten Sinfonie in c-Moll selbst den Beinamen „Tragische Sinfonie” gegeben. Sie ist seine erste Sinfonie in einer Molltonart. Durch Beethoven – vor allem dessen Fünfte Sinfonie – war gerade die Tonart c-Moll zur „tragischen Tonart“ geworden. Später wurde öfter bemängelt, es fehle Schuberts Sinfonie an echter Tragik, sie erreiche zwar an einigen Stellen ein gewisses Pathos, doch sei in ihrem Ablauf kein echt tragischer Konflikt zu erkennen. In der Tat ist das Tragische in Schuberts Vierter mehr Gestus als Wirklichkeit. Über weite Strecken handelt es sich um ein durchaus optimistisches, blühendes, energisches Werk. Der Beiname sollte also nicht unbedingt beibehalten werden, da er den Hörer eher in die Irre führt.

Kammerakademie Potsdam

Antonello Manacorda, Leitung

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