Potsdamer Winteroper: Elias

Samstag, 02. Dez 2017

19.00 Uhr
Potsdam, Friedenskirche

Elias
Felix Mendelssohn Bartholdy

Szenisches Oratorium nach Worten des Alten Testaments für Soli, Chor und Orchester, op. 70

Marie-Pierre Roy Witwe
Anna Alàs i Jové Königin
Oliver Johnston Obadjah/Ahab
Holger Falk Elias
Chor der Potsdamer Winteroper
Andreas Bode Regie
Geelke Gaycken Bühne
Judith Hepting Kostüme
Carola Gerbert Dramaturgie
Titus Engel Musikalische Leitung
Kammerakademie Potsdam

Seit 2005 produzieren Kammerakademie und Hans Otto Theater die Potsdamer Winteroper und konnten mit außergewöhnlichen Inszenierungen eine Erfolgsgeschichte schreiben. Auch in dieser Spielzeit ist die Friedenskirche Sanssouci wieder Heimstatt der Potsdamer Winteroper. Die hier 2013 begonnene Reihe mit szenischen Oratorienaufführungen bietet die einmalige Chance, musikdramatische Werke mit biblischen Themen in besonderer Weise neu zu erschließen.

Nach Werken von Händel, Mozart und Scarlatti steht diesmal Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) im Zentrum. Die Uraufführung seiner Schauspielmusik zu Shakespeares „Sommernachtstraum“ verbindet Mendelssohn mit Potsdam, der unter Friedrich Wilhelm IV., dem Erbauer der Friedenskirche, als Preußischer Generalmusikdirektor verpflichtet war. Mendelssohns reiche Erfahrungen mit Chormusik gipfeln in seinen Oratorienkompositionen „Paulus“, „Elias“ und (dem Fragment gebliebenen) „Christus“. Der 1846 in Birmingham uraufgeführte „Elias“ handelt von Ereignissen aus dem Leben des Propheten. Weil die Israeliten vom Glauben abgekommen sind und Baal huldigen, verkündet Elias im Namen des Herrn, dass es nicht mehr regnen wird. Daraufhin wird Elias bedroht und muss fliehen. Unter dem Schutz Gottes weisen Engel ihm den Weg. Bei der Witwe zu Zarpath bewirkt Elias das Wunder der Wiedererweckung ihres Sohnes. Nach drei Jahren der Dürre tritt Elias vor König Ahab und fordert eine Prüfung der Baal-Priester. Sie versagen und werden getötet. Mit Gottes Hilfe bewirkt Elias das Regenwunder. Er klagt König Ahab an, das Volk irregeleitet zu haben. Königin Isebel hetzt die Israeliten erneut gegen den Propheten auf. Elias geht in die Wüste, wo er am Sinn seines Strebens zweifelt. Auf dem Berg Horeb erlebt er die Gotteserscheinung und erneuert seine Hingabe an Gott. Elias‘ Himmelfahrt und die Verheißung des Messias beschließen das Werk.
Mendelssohn beschreibt seinen Elias als „einen rechten durch und durch Propheten, wie wir ihn etwa heut zu Tage wieder brauchen könnten, stark eifrig, auch wohl bös und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zur ganzen Welt im Gegensatz, und doch getragen von Engelsflügeln“.

Die farbige, tonmalerische Partitur des „Elias“ weist Mendelssohn als erfahrenen Sinfoniker aus. Durch Umwandlung der epischen Bibeltexte in direkte Rede und Verteilung auf handelnde Figuren erfährt das Werk eine lebendige Gestaltung des dramatischen Geschehens. Arien, zahlreiche Solistenensembles und die häufig dialogischen Rezitative unterstützen zusammen mit den Chören den opernhaften Gestus des Oratoriums.

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