Potsdamer Winteroper Theodora

Samstag, 24. Nov 2018

19.00 Uhr
Potsdam, Friedenskirche

Theodora

Georg Friedrich Händel

Szenisches Oratorium in englischer Sprache
Libretto von Thomas Morell
HWV 68

Ruby Hughes Theodora (Sopran)
Ursula Hesse von den Steinen Irene (Mezzosopran)
Christopher Lowrey Didymus (Altus)
Hugo Hymas Septimius (Tenor)
Neal Davies Valens (Bass)
Chor der Potsdamer Winteroper (Vokalakademie Potsdam, Vocalconsort Berlin)
Kristian Bezuidenhout Musikalische Leitung
Sabine Hartmannshenn Regie
Lukas Kretschmer Konzept und Choreografie
Matthias Müller Ausstattung
Carola Gerbert Dramaturgie
Kammerakademie Potsdam

Seit 2005 produzieren die Kammerakademie Potsdam und das Hans Otto Theater gemeinsam die Potsdamer Winteroper und nutzen seit 2013 die Friedenskirche als Aufführungsstätte. An diesem besonderen Ort bietet sich die Chance, musikdramatische Werke mit biblischen Stoffen, auch in großer Besetzung, auf ungewöhnliche Weise neu zu erschließen. Nach fünf alttestamentlichen Themen, die sich mit der Geschichte des Urvolkes Israel beschäftigten – von Kain und Abel über Judith bis Elias – wird diesmal ein Werk interpretiert, das sich mit der Frühgeschichte des Christentums befasst und damit auch eine Sonderstellung in Händels Schaffen einnimmt.

Georg Friedrich Händel (1685–1759) hat nicht nur mit Orchester und Orgelwerken, Kantaten und etwa 45 Opern Musikgeschichte geschrieben, sondern vor allem mit seinen über 30 Oratorien. Nach den Winteroper-Inszenierungen „Jephtha“ (2013) und „Israel in Egypt“ (2016) steht diesmal jenes Oratorium auf dem Programm, das der Komponist selbst für sein bestes hielt. „Theodora“ gehört zum Spätwerk Händels und erlebte 1750 seine Uraufführung im Covent Garden Theatre London. Neben dem „Messias“ ist „Theodora“ das einzige Oratorium, in dem Händel ein christliches Thema behandelt.

Die Handlung basiert auf der Legende der Heiligen Theodora, die unter der Herrschaft des römischen Kaisers Diokletian im Jahr 304 den Märtyrertod erleidet. Als bekennende Christin verweigert sie Götzenopfer und kommt ins Gefängnis. Sie ist bereit zu sterben, doch ihr droht Schlimmeres: Sie soll zur Prostitution gezwungen werden. Didymus, ein römischer Offizier und Christ, liebt Theodora und verhilft ihr zur Flucht. Als ihm die Todesstrafe droht, stellt sich Theodora. Beide gehen gemeinsam im Glauben an das ewige Leben im Himmelreich in den Tod. Der sparsame Umgang mit monumentalen Sätzen verleiht der Komposition ihre kammermusikalische Prägung. Händel nimmt bereits den empfindsamen Stil vorweg und berührt durch die Emotionalität seiner Tonsprache. Die dramaturgisch klar strukturierte Szenenfolge mit Rezitativen, Arien und Duetten der fünf Solisten erhält ihren Spannungsbogen vor allem durch die kontrastierenden Chöre der Heiden und Christen.

Das umfangreiche dreiteilige Werk wird in einer konzentrierten, gekürzten Fassung realisiert. Die musikalische Leitung übernimmt Kristian Bezuidenhout. Der international gefragte Pianist, insbesondere als Kammermusiker am Cembalo und Hammerflügel, erwarb seine Orchestererfahrung unter anderem als Assistent von John Eliot Gardiner.
Mit den Musikern der KAP verbindet ihn seit Längerem eine intensive künstlerische Zusammenarbeit, so war er beispielsweise in der Saison 2015/16 Artist in Residence. Mit Sabine Hartmannshenn konnte eine international gefragte Regisseurin für die Inszenierung gewonnen werden, die sowohl im barocken als auch im zeitgenössischen Musiktheater erfolgreich arbeitet. 2018 inszeniert sie u. a. Wagners „Siegfried“ am Opernhaus Chemnitz.

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