Bild aus dem Kruspe Katalog

Nathan Plante, Trompeter der KAP, über die historisch-informierte Aufführungspraxis nach der die Sinfonien 1-4 von Johannes Brahms  im Rahmen des Festivals „ALLES BRAHMS“  zu hören sind.

Auf welcher Art Trompete spielst du normalerweise?

Das ist eine komplizierte Frage. Bei klassischem Repertoire mit der KAP spiele ich grundsätzlich Naturtrompete. Allerdings manchmal auch die Klappentrompete. Die Deutsche Drehventil-Trompete und die Piccolo-Trompete sind auch oft dran, wobei die Perinet-Ventiltrompete und sogar das Flügelhorn auch manchmal zum Einsatz kommen. Einfacher wäre also die Frage gewesen: Welche Trompete wird gar nicht gespielt?

Was ist das Besondere an der Trompete, mit der du die Brahms-Sinfonien spielst?

Die Trompete der Firma Kruspe wurde im späten 19. Jahrhundert gebaut, ist also schon über 100 Jahre alt! Dabei ist sie hervorragend erhalten und hat einen wunderbaren warmen Klang. Kruspe baut schon seit 1834 Instrumente; das war ein Jahr nach der Geburt von Johannes Brahms. Diese Trompete ist also ein wahrer Zeitzeuge dieser Epoche der Musikgeschichte. Die Kruspe-Trompete ähnelt der modernen Deutschen Trompete sehr. Tonumfang und Technik sind die gleichen wie bei einer modernen B-Trompete.

Wer hat dir das Instrument bereitgestellt?

Mein Kollege David Rodeschini, ein regelmäßiger Gasttrompeter der KAP, sammelt solche Instrumente. Er hat uns netterweise zwei davon für das Brahms-Festival zur Verfügung gestellt.

Ist das Klangideal mit der Kruspe-Trompete erreichbar, bzw. inwiefern ist die Klangvorstellung anders als sonst?

Im Vergleich zu meiner modernen Deutschen Trompete brauche ich mehr Kraft. Das trägt dazu bei, intimer zu spielen, was zu unserer Kammerorchester-Besetzung allerdings sehr gut passt. Wenn ein fettes Fortissimo gefordert ist, kann ich aber auf jeden Fall den großen Orchesterklang damit liefern.

Weicht das, was im KAP-Konzert zu hören sein wird, vom „normalen“ Brahms ab, den man erwartet?

Die Brahms-Sinfonien mit einem Kammerorchester zu spielen, wird für unser Publikum sicherlich eine neue Erfahrung sein. Ich denke, wir werden einen transparenten und differenzierten Brahms zum Klingen bringen. Es wird definitiv anders sein als das, was man von anderen Sinfonieorchestern gewohnt ist.