Georg Friedrich Händel

Theodora

Szenisches Oratorium
in englischer Sprache
Libretto von Thomas Morell
HWV 68

Seit 2005 produzieren die Kammerakademie Potsdam und das Hans Otto Theater gemeinsam die Potsdamer Winteroper und nutzen seit 2013 die Friedenskirche als Aufführungsstätte. An diesem besonderen Ort bietet sich die Chance, musikdramatische Werke mit biblischen Stoffen, auch in großer Besetzung, auf ungewöhnliche Weise neu zu erschließen. Nach fünf alttestamentlichen Themen, die sich mit der Geschichte des Urvolkes Israel beschäftigten – von Kain und Abel über Judith bis Elias – wird diesmal ein Werk interpretiert, das sich mit der Frühgeschichte des Christentums befasst und damit auch eine Sonderstellung in Händels Schaffen einnimmt.

Georg Friedrich Händel (1685–1759) hat nicht nur mit Orchester- und Orgelwerken, Kantaten und etwa 45 Opern Musikgeschichte geschrieben, sondern vor allem mit seinen über 30 Oratorien. Nach den Winteroper-Inszenierungen „Jephtha“ (2013) und „Israel in Egypt“ (2016) steht diesmal jenes Oratorium auf dem Programm, das der Komponist selbst für sein bestes hielt. „Theodora“ gehört zum Spätwerk Händels und erlebte 1750 seine Uraufführung im Covent Garden Theatre London. Neben dem „Messias“ ist „Theodora“ das einzige Oratorium, in dem Händel ein christliches Thema behandelt.

Die Handlung basiert auf der Legende der Heiligen Theodora, die unter der Herrschaft des römischen Kaisers Diokletian im Jahr 304 den Märtyrertod erleidet. Als bekennende Christin verweigert sie Götzenopfer und kommt ins Gefängnis. Sie ist bereit zu sterben, doch ihr droht Schlimmeres: Sie soll zur Prostitution gezwungen werden. Didymus, ein römischer Offizier und Christ, liebt Theodora und verhilft ihr zur Flucht. Als ihm die Todesstrafe droht, stellt sich Theodora. Beide gehen gemeinsam im Glauben an das ewige Leben im Himmelreich in den Tod.

Der sparsame Umgang mit monumentalen Sätzen verleiht der Komposition ihre kammermusikalische Prägung. Händel nimmt bereits den empfindsamen Stil vorweg und berührt durch die Emotionalität seiner Tonsprache. Die dramaturgisch klar strukturierte Szenenfolge mit Rezitativen, Arien und Duetten der fünf Solisten erhält ihren Spannungsbogen vor allem durch die kontrastierenden Chöre der Heiden und Christen.

Die musikalische Leitung übernimmt Konrad Junghänel, der mit seinen Händel-Interpretationen das Publikum immer wieder erneut begeistert, wie jüngst bei „Semele“ an der Komischen Oper Berlin. Mit der KAP verbindet ihn seit vielen Jahren eine intensive künstlerische Zusammenarbeit. Im Rahmen der Potsdamer Winteroper leitete er Mozarts „Così fan tutte“ und „Die Entführung aus dem Serail“ im Schlosstheater sowie „Jephtha“ und „Israel in Egypt“ in der Friedenskirche. Mit Sabine Hartmannshenn konnte eine international gefragte Regisseurin für die Inszenierung gewonnen werden, die sowohl im barocken als auch im zeitgenössischen Musiktheater erfolgreich arbeitet. 2018 inszeniert sie u.a. Wagners „Siegfried“ am Opernhaus Chemnitz.

 

Aufführungstermine: 22./23./24./29./30. November  & 1. Dezember 2018

Tickets